Das Jahrhundert der großen Seuchen und andere Geschichten
Die Pest!
„Diese Krankheit war eine Folge heftiger Erschütterungen im Organismus der Erde, insofern man eine Krankheit kosmischen Ursprungs überhaupt so betrachten kann“.
So heißt es in einem Buch des deutschen Geschichts – und Medizinprofessors Justus Friedrich Karl Hecker.
Ich mag diese Aussage nicht aus dem Zusammenhang reißen, und höchstwahrscheinlich hat auch keiner von euch große Lust den Wälzer dazu von ihm zu lesen. Aber der Schweizer „Chnopfloch“ hat mal ein Video dazu erstellt – eine Lesung aus diesem Buch. Hört einfach mal rein, ich finde es recht interessant. (Das Video findet ihr im Kommentar)
Das Buch wurde 1832 veröffentlicht und hatte den Titel „Der schwarze Tod im vierzehnten Jahrhundert“. Darin beschreibt der als Vater der Medizingeschichte bekannt gewordene Professor einen Kataklysmus im 14. Jahrhundert, der seiner Meinung nach, damals zur berüchtigten schwarzen Pest geführt haben soll. Die Lesung beinhaltet nur das dritte Kapitel mit der Beschreibung des Kataklysmus aus der Sicht eines Gelehrten, wie sie noch 1830 zu erfahren war.
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Aber eine Sage aus meiner Heimatstadt gibt es noch:
„Vorboten der Pest“
„Anno 1585 vom 24. August bis Anno 1586, den 21. Februar, wütete in Görlitz das sogenannte große Sterben, woran über 2.300 Menschen ihr Leben einbüßten. Diese Pest wurde damit vorangedeutet, daß mitten im Sommer die wilden Gänse fortzogen, die Hunde greulich zu heulen anfingen und den 19. Februar 1585 der Blitz in das Rathaus einschlug und ein Fenster beschädigte. Ebenso ward eines Nachts in der Mitte des Juni ein unausstehlicher Geruch und Geschmack wie nach glimmendem Feuer oder angezündetem Schwefel wahrgenommen, so daß man hier und da glaubte, es sei Feuer ausgebrochen. Es hat sich aber hiernach befunden, daß es ein giftiger Pestgestank gewesen.“
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Und einen Auszug aus einem Beitrag von mir, der das Thema „Pest“ oder Totentanz aufgreift.
Vielleicht erinnert ihr euch noch: Im Juni diesen Jahres haben wir die Wolgaster St. Petrikirche besucht.
Diese beherbergt in ihren Mauern nicht nur die bedeutende Grablege der pommerschen Herzöge mit den im vergangenen Jahrzehnt so aufwändig restaurierten Zinnsarkophagen, sondern auch ein einmaliges Zeugnis einer umfangreichen, fast vollständig erhaltenen Totentanzdarstellung.
Wer sich die Mühe macht, auf einer Landkarte von Mitteleuropa zu verfolgen, an welchen Orten es Darstellungen von Totentänzen gibt und in welchen Gebieten die meisten Beispiele dieser mittelalterlichen Bildtradition überliefert sind, wird die dichteste Ansammlung in den Regionen Elsass, Breisgau, Ober- und Hochrhein, Bodensee und Oberschwaben sowie im Schweizer Mittelland vorfinden.
Der berühmte Ausspruch „Ihr müsst alle nach meiner Pfeife tanzen“ fasst das zentrale Motiv früher Totentänze (Danse macabre) zusammen.
Ab dem 14. Jahrhundert wandelte sich der Sensenmann in der Kunst vom tanzenden Teufel zum unerbittlichen Spielmann, der Menschen aller gesellschaftlichen Stände in den Reigen zum Grab zwingt.
Der Verfasser der Verse ist unbekannt. Dass hier Maler und Dichter zusammengearbeitet haben, wäre denkbar, doch möglicherweise hat auch der Maler die Texte verfasst. Nach der Überlieferung soll es Caspar Sigmund Köppe gewesen sein, der durch eine Epidemie Frau und Kinder verloren, und deshalb die Bilder gemalt und anschließend der Stadt geschenkt haben soll. Jedoch erreichte erst 1709 bis 1711 die Pest die Stadt. Auch fehlt ein Beleg, dass Köppe Wolgaster Bürger war.
Eine Besonderheit zeigt die Abbildung mit dem Vers „Das antichristlich Ottergezücht // Entlaufen mag dem Tod auch nicht.“ Auf dem Bild sind Papst und Sultan zu sehen, die sich komplizenhaft die Hand reichen. Katholiken und Osmanen galten seit der Reformation als Feinde der evangelischen Christenheit und erscheinen hier als Verbündete gegen den kleinen Mann, der zu ihren Füßen liegt.
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Denken wir immer daran, wenn wir beginnen etwas „fest machen zu wollen“ zu den Ereignissen längst vergangener Zeiten: Wir sind und bleiben Suchende, Forschende.
Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim (1486-1535) hat es in seiner „De occulta philodsophia“ einst so erklärt: „ Für euch Kinder Wissenschaft und der Weisheit, haben wir dieses geschrieben. Erforschet das Buch und suchet euch unsere Ansicht zusammen, die wir verstreut und an mehreren Orten dargetan haben, was euch an einem Orte verborgen bleibt, das haben wir an einem anderen offengelegt, damit es fassbar werde für eure Weisheit.“
Eine interessante Bildergalerie zum „Totentanz“ findet ihr im Beitrag „Alles tanzt nach meiner Pfeife“ im Kommentar“.





Quelle: Facebook

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