Am 31.10. wurde der „Reformationstag“ ins Leben gerufen.
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Am 31.10. wurde der „Reformationstag“ ins Leben gerufen. Er soll an den Tag erinnern, als im Jahre 1517 der Mönch und Theologe Martin Luther seine Thesen veröffentlicht hat. Wir haben ja in den vergangenen Tagen schon ein bisschen was darüber gelesen, siehe auch Beitrag zu „als eine Böhme(Jan Hus) der verweltlichten Kirche den „Krieg“ erklärte.

Heute wird so viel über diese Vorgänge berichtet, was gewiss nicht unwichtig ist, dass ich in dem Zusammenhang ein anderes Ereignis aufgreifen möchte – nämlich die Zeit der Gegenreformation. Oder anders gesagt: Das Erstarken des Katholizismus.

Um 1560 war das deutsche Volk zu neun Zehnteln protestantisch. Nun aber ging die katholische Kirche zu einem großangelegten Gegenangriff vor. Ihre Hauptwaffe in diesem Kampf waren der Jesuitenorden und das Konzil von Trient.

Beginnen wir so, zum besseren Verständnis: Der Jesuitenorden wurde 1534 von einem spanischen Rittersmann, Ignatius von Loyola, gegründet. Als er in der Festung Pamplona, die von den Franzosen belagert wurde, verwundet lag (1521), wurde er durch die Lektüre durch Heiligenleben zu dem Entschluss kirchlichen Rittertums geführt. Auf einer Wallfahrt zum Montserrat (Katalonien) legte er seinen Waffen nieder und trieb dann eine ernste Askese. Während einer Reise nach Jerusalem wurde sein religiöses Leben durch Visionen noch gesteigert. Nach der Rückkehr widmete er sich gewissenhaften Studien in Spanien und Paris. Dann lebte er in Italien, wo sein tadelloses Leben neben dem verweltlichten Klerus großen Eindruck machte. Nach scharfem Widerstand der Kardinäle bestätigte 1540 der Papst seinen Orden, „die Gesellschaft Jesu“. Ignatius starb 1556.

Zur Organisation und der sittlichen als auch moralischen Lehre des Jesuitenordens lest ihr in einem Extra-Beitrag (s. u). Rückgrat der Organisation war Gehorsam. Ein wesentliches Mittel zur Persönlichkeitsbildung sind die „geistlichen Übungen“ , dieses Exerzierreglement zur Schulung der Seele“.

Die katholische Kirche machte in dieser Zeit die wichtigste Erneuerung durch, die sie bis dahin erlebt hatte. Man hatte erkannt, dass die Kirche vor allem sich selbst innerlich festigen müsse durch Beseitigung der hauptsächlichen Missstände. Und das geschah auf dem Konzil von Trient. Zustande gekommen war es 1545 durch Karl V., der damals kirchliche Reformen wünschte, um die Protestanten wieder in die Kirche zu ziehen.

Zunächst wurden die Verhandlungen immer wieder verschleppt. Zweimal wurden die Versammlungen jahrelang unterbrochen. Endlich 1562, als sich die Weltlage völlig verändert hatte, trat es wieder zusammen, diesmal unter dem beherrschenden Einfluss des Jesuitenordens.

Das Konzil von Trient hatte zwei Aufgaben zu lösen. Einmal musste es die Glaubenslehre der Kirche gegenüber den Neuerern lichtvoll und klar darstellen, zum anderen die Missstände, die sich in die Kirche eingeschlichen hatten, beseitigen und heilsame Verbesserungen einführen. Die Folge war eine wirkliche moralische und seelische Erneuerung der römischen Kirche auf diesen Gebieten.

1840 waren es gerade dreihundert Jahre, seit der Jesuitenorden vom Papst feierlich bestätigt worden ist; dreihundert Jahre lang währte der Kampf gegen den Protestantismus, ein Kampf der Finsternis gegen das Licht, ein Kampf der Lüge gegen die Wahrheit, ein Kampf der Tyrannei gegen die Freiheit, welcher in der ganzen Weltgeschichte beispiellos war.

Hunderttausende von Menschen sind dadurch elend geworden, Ströme Menschenbluts sind dadurch geflossen, ganze Völker voll der herrlichsten Fähigkeiten in ihrer geistigen und sittlichen Entwicklung aufgehalten worden — alles unter dem Vorwand: „zur größeren Ehre Gottes!“ Wie eine Gotteslästerung schallt diese Losung durch die Weltgeschichte.

Die Mönchsorden, welche bis dahin die Stützen des Papsttums gewesen waren, konnten demselben jetzt gar wenig mehr nützen; denn die Mönche waren zum Teil ausgeartet, träge und dumm, zum Teil als grausame Ketzerrichter verhasst; auch waren die Völker in Verstandesbildung weit fortgeschritten und ließen sich so leicht weder durch Bann und Interdikt des Papstes mehr schrecken, noch durch plumpe mönchische Vorspiegelung mehr täuschen.

So schrieb er nach Rom und erbat sich mehrere Jünger Loyolas zur Ausführung jenes gottgefälligen Werkes. Sogleich fuhren Franz Xaver und Simon Rodriguez nach Portugal und gewannen dort in Kürze das Vertrauen des Königs in einem solchen Grade, dass er sie gar nicht nach Indien fortlassen, sondern an seinem Hofe behalten wollte. Franz Xaver aber war ganz und gar von dem Gedanken der Heidenbekehrung begeistert und wollte diesem Zwecke, welcher ihm als der heiligste erschien, sein Leben bis auf den letzten Blutstropfen weihen.

Wie auch das Papsttum fordert der Jesuiten Orden für sich das höchste Recht über jede weltliche Gewalt.

Das Grundprinzip dieses Systems, wie es sich, von der ursprünglichen Absicht des Ordensstifters Loyola abweichend, in der Folge immer schärfer entwickelte, ist folgendes: Der höchste Zweck des Jesuitenordens ist — er selbst, als geistlicher Staat.

„Weil jede Handlung des Ordens zur größeren Ehre Gottes geschieht, so muss der Zweck jedes Mittel heiligen.“ In dieser Zauberformel lag die ganze praktische Anwendung des Systems und die ganze jesuitische Moral.

Natürlicherweise kann ein Staat, welcher sich für den von Gott berechtigten alleinigen Weltstaat hält oder ausgibt, alle anderen neben sich nicht dulden; sie erscheinen ihm als Anmaßung, und wenn er sich in jener Eigenschaft behaupten will, so muss er sie erobern. Das hat denn der Jesuitenorden auch getan, aber mit unsichtbaren Waffen. Bei den heidnischen Völkerschaften in Asien und Amerika breitete er seine Herrschaft unablässig durch Missionen aus.

Deshalb umgaben sie sich mit dem blendenden Schein einer ganz besonderen Frömmigkeit, befestigten den Glauben der Menschen an den unerschöpflichen geistlichen Gnadenschatz des Ordens, und brachten es auf alle Weise dahin, dass man sie als Beichtväter suchte.

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Von der Stiftung des Jesuitenordens, und wie die Macht des Ordens herangewachsen ist. Lest ihr am besten weiter im Kommentar

undinepeter.blog

@Klara Undine Fall

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