Was im November, vor 109 Jahren noch geschah …
Von einer Revolution und anderen Verknüpfungen, Ereignisse, die sich nicht in wenige Worte kleiden lassen…
Um bestimmte Ereignisse überhaupt nachvollziehen zu können, in ihren Ursprüngen und ihrem Vor- bzw. -Verlauf müssen wir wie so oft, weit in der Geschichte zurückblicken.
Nun habe ich heute Morgen mal wieder die Bertelsmann Lexikothek aufgeschlagen, auf der Suche nach Bildern zur Revolution von 1917. Aus dieser Jahrhundertchronik-Reihe des Bertelsmann-Verlages nutze ich tatsächlich nur das Bildmaterial, weil (auserwählte) „Herausgeber“ und Besitzer des Verlages auf die Inhalte einen gewissen Einfluss nehmen.
So stolperte ich über die im Lexikon (November 1917) aufgeführten russischen Großfürsten und Zaren bis 1917. (siehe Beitragsfoto).
Das diese allesamt Nachkommen der Ruriks sind, geht aus den Inhalten des Lexikons leider nicht hervor. Ivan IV. (1533 -1584), auch der „Schreckliche“ genannt, regierte nach dem Tod seines Vaters Wassili III. Dieser wiederum regierte nach Ivan III, in dessen Herrschaftszeit unter anderem auch die Errichtung des heutigen Moskauer Kreml und die wichtigsten Sakralbauten fallen. Iwan III., ein Rurikide, war Inhaber des Großfürstentitels „Herrscher der ganzen Rus“.
Und es gäbe hierzu natürlich auch noch viel mehr zu berichten. Dazu sei erwähnt: Ivan III. war mit Sofia (Zoe) Palaiologos, der Nichte des letzten oströmischen Basileus Konstantin XI. Palaiologos verheiratet. Der Vater von Sofia war Thomas Palaiologos, Herrscher des Despotats Morea auf der griechischen Halbinsel Peloponnes und jüngerer Bruder der letzten beiden byzantinischen Kaiser; ihre Mutter war Katharina Zaccharia, eine Tochter Centurione Zaccharias, des letzten fränkischen Fürsten von Achaia.
Solche Verknüpfungen sind ausgesprochen wichtig. Leider bleiben sie in „modernen Büchern“ unerwähnt.
Übrigens: Die vornehmsten russischen Fürstengeschlechter (Obolenski, Dolgoruki, Gortschakow, Wolkonski, Lwow, Gagarin, Schuiskij und Tatischtschew) führten ihre Ahnenreihe auf den Stammvater Rurik zurück und waren sehr stolz darauf.
Die Nachkommen der Ruriks regierten bis 1598. (siehe auch w.u. die Stammliste der Rurikiden). Alle späteren Großfürsten und Fürsten stammten von Rurik und seinen Brüdern Sineus und Truwer ab. Die germanischen Namen wurden später slawisiert – z. Bsp.: aus Helga wurde Olga, aus Johann Ivan usw.
Hier seien die letzten Rurikiden aufgeführt:
• Ivan III. 1462-1505
• Wassili 1505-1533
• Ivan IV 1533-1584
• Fjodor 1584-1598 – mit ihm erlosch die Dynastie der Rurikiden.
Nach einigen Jahren der Wirren begann 1613 die Dynastie der Romanows. Anastasia kam aus einem ehemaligen Fürstenhaus der Ruriker.
Erwähnenswerte sei auch, dass Rurik Alt Ladoga zu seiner Hauptstadt machte. Alt Ladoga liegt am Südufer des Ladogasees. Festungen, Kirchen und Ruinen erinnern noch an den Glanz der Ruriker. Das Gebiet ist touristisch nicht erschlossen, aber es gibt Museen dort und sowohl die hölzerne als auch steinerne Festung wurde restauriert.
Gewiss ist es für einen „nationalbewussten“ Russen wenig erfreulich zu lesen, das der Chronist Nestor aus dem Jahre 862 über das Treiben ihrer slawischen Vorfahren berichtete: „Da war keine Gerechtigkeit unter ihnen, und es erhob sich Stamm gegen Stamm, und Zwistigkeiten waren unter ihnen, und sie huben an, selbst einander zu bekriegen. Schließlich sprachen sie bei sich: ‚Lasset uns einen Fürsten suchen, welcher uns regiere und gerecht über uns richte.‘ Dann gingen sie übers Meer zu den Warägern, zu den Rus..
Das schrieb der geheimnisvolle Mönch Nestor Anfang des 12. Jahrhunderts, im Höhlenkloster zu Kiew und er nannte es „Erzählung von den vergangenen Jahren“.
Im 20. Jahrhundert allerdings zeitigte diese Chronik ungeahnte Folgen. Ihretwegen verloren sowjetische Professoren den Lehrstuhl und wurden in den Gulag verschleppt.
Und so muss es sich wohl zugetragen haben: Um 820 kamen von Südschweden und von der Insel Gotland her germanische Krieger und Händler, die sich Vaeringjar (Gefolgsleute) oder Waräger nannten. Sie bildeten einen Teil der allgemeinen normannischen Expansion, die sich bis in den Mittelmeerraum erstreckte. Ihr geschlossenes Auftreten imponierte den notorisch zerstrittenen Stämmen Nordrusslands offenbar. Im Jahre 862 kam laut Nestor eine Delegation von Slawen und Finnen zu dem Warägerhäuptling Hrørikr (berühmter Herrscher), den sie „Rurik“ oder „Rjurik“ nannten.
Während Stalins Terrorherrschaft seit den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde es jedoch anders gelehrt. Der Diktator ersetzte ab 1936 die bisher geltende Ideologie eines „proletarischen Internationalismus“ durch großrussischen Chauvinismus. Demnach war es unerträglich, die Gründung des russischen Reiches in Gestalt der Kiewer Rus als eine Leistung von Fremden – noch dazu von Germanen – zu akzeptieren.
Stattdessen schrieb der kommunistische Staat vor, die Bildung der Rus sei als selbstständige slawische Leistung besonders herauszustellen. „Der Streit hängt damit zusammen, dass immer wieder versucht wurde, die Bildung des Kiewer Reiches als eine eigenständige slawische und nicht als eine vorrangig von außen, von den Warägern betriebene Entwicklung anzusehen“, schreibt der Osteuropa-Historiker Heiko Haumann in seiner „Geschichte Russlands“.
Stalin persönlich ordnete an, die Nestor-Chronik als Fälschung abzuwerten. Rurik und seine Nachfolger seien lediglich Sagengestalten, erdichtet von einer prodeutschen Historiografie.
In den sowjetischen Geschichtsbüchern war fortan zu lesen, die Waräger „übten keinen nennenswerten Einfluss auf die Gesellschaftsordnung und die Kultur der Rus aus“
Sowjetische Geschichtswissenschaftler, die aufgrund archäologischer Befunde die Stichhaltigkeit der Nestor-Chronik nachgewiesen hatten, verloren ihren Lehrstuhl und erhielten Publikationsverbot. Einige von ihnen wurden sogar in die Lager des Gulag eingeliefert. Bis in die Gegenwart hat diese „antinormannistische“ Doktrin im Russland von Wladimir Putin Konjunktur.
Warum teile ich diese Geschichte mit euch? Nun, sie ist wichtig, um all das darauf Folgende in einen Zusammenhang bringen zu können. Warum eine bestimmte Blutlinie bis aufs äußerste bekämpft wurde und wird, geschieht nicht ohne Grund.
» Und so machen wir an dieser Stelle einen mächtigen Zeitsprung und bewegen uns ins Jahr 1917 hinein, dem Jahr, in dem die Bolschewiki die Macht in Russland übernahmen.
Ernst Nolte zitiert in diesem Zusammenhang (ein Jahr vor der Revolution) »die eindrucksvolle Formulierung eines Rabbiners: >The TROTZKIS make the révolutions, and the BRONSTEINS pay the bills.«< (Die Trotzkis machen die Revolutionen, und die BRONSTEINS bezahlen die Rechnungen.) (aus Ernst Nolte „Streitpunkte“ S. 475)
Die Ermordung der Familie Romanow war entsetzlich, ganz abgesehen von diesen Umständen. Doch wenn man gewisse Aspekte berücksichtigt, scheint dies auf eine bestimmte Schlussfolgerung hinzuweisen. Während der Herrschaft von Nikolaus II., dem letzten Zaren aus dem Haus Romanow, war die Familie Romanow fast ausschließlich deutscher Abstammung. Die russischen Kaiser verfolgten eine gezielte Heiratspolitik mit deutschen Prinzessinnen, um Bündnisse mit den deutschen Staaten zu sichern. Nikolaus selbst stammte zu etwa 80 % aus deutschen und zu 20 % aus dänischen und englischen Vorfahren ab; er besaß praktisch kein nennenswertes slawisches Blut.
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https://de.wikipedia.org/wiki/Stammliste_der_Rurikiden
Stammliste des Hauses Romanow (Zaren ab Boris Godunow (ab 1598))
Stammliste des Hauses Romanow-Holstein-Gottorp (Zaren ab Peter III. (ab 1739))
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@Klara Undine Fall





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