Volkstrauertag
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In nur wenigen Tagen begehen wir den Volkstrauertag. Dieser Tag im November wurde auserkoren, um der gefallenen Soldaten in den vergangenen Kriegen zu gedenken. Das ist eine wirklich gute Sache und wohl mit das Wenigste, was wir tun können, um unseren Vorfahren ein ehrendes Gedenken zu bewahren.

Ich kann es an dieser Stelle nur wiederholen: Wir Deutschen sind ein altes Volk.

Doch wann genau war das eigentlich, als das deutsche Volk entstanden ist?

Das erste Reich der Deutschen entstand unter König Heinrich I. (919-936): Um das Jahr 920 erschien zum ersten Mal auf einer Urkunde der Begriff „RegnumTeutonicorum“ (Reich der Deutschen).

Die Bevölkerung teilte sich damals in fünf Stämme: Franken, Sachsen, Lothringer, Schwaben und Bayern. Übrigens: Jeder Einwohner des Reiches König Heinrichs kommt unter den Vorfahren der heutigen Deutschen etwa viertausendmal vor – so breit haben sich die Gene der mittelalterlichen Ahnen über tausend Jahre und rund 40 Generationen vererbt.

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Wenn wir uns die Geschichte des deutschen Volkes zu Gemüte führen, dann lesen wir vor allem von Ottos Ruhm, Hoheit und Macht, und einem Kaisertum, dass allein auf dem deutschen Volk ruht (936-973). 962 setzte ihm der Papst in der Peterskirche in Rom die römische Kaiserkrone auf. Dadurch gingen in der Vorstellung der Völker Hoheit und Macht der römischen Imperatoren, wie einst auf Karl den Großen, dem Herrscher des Frankenreiches, so nunmehr auf den deutschen König über.

Nach dem Zerfall des Frankenreiches dauerten Hader und Zwist fort – auch nach Ludwigs und Karls Tod (876/877). Es ist die schmerzenreiche Zeit des neuen Europa.

Sachsen, Franken, Bayern, Schwaben, Lothringen – Westfranken (Frankreich) spaltete sich in mehrere selbständige Teile, und auch Italien zerfiel in zahlreiche kleine Herrschaftsgebiete.

Mit dem Jahr 911 stehen wir am Anfang der eigentlichen deutschen Geschichte. Denn als in diesem Jahr die Karolinger in Ostfranken aussterben, huldigen die deutschen Stämme nicht etwa den westfränkischen Karolingern, sondern wählen einen einheimischen Herrscher, den Frankenherzog Konrad, zum König und gehen von nun an ihre eigenen Wege. Durch die edle, hochherzige Tat Konrads ging das Königtum vom Stamm der Franken auf den Stamm der Sachsen über. Die Sage berichtet, Eberhard habe Heinrich gerade beim Vogelfang im Harz angetroffen.

Konrad hatte recht: eine glücklichere Wahl hätte man nicht treffen können. Heinrich war es, der das deutsche Reich vor dem Verfall rettete, gegen furchtbare Feinde siegreich verteidigte und seine künftige Größe vorbereitete. In seiner ganzen äußeren Erscheinung ein Bild männlicher Schönheit, war er zugleich der geborene Herrscher. Mut und Entschlossenheit, Großmut und Milde waren Hauptzüge seines Wesens.

Im Innern gelang es Heinrich vor allem, einen losen Staatenbund zu schaffen, der sämtliche Stämme in freiwilligem Gehorsam zusammenhielt. Er war das Fundament, auf dem sein Otto I. den straffen Einheitsstaat errichten konnte.

Seit Otto ruhte das Kaisertum nicht mehr auf den germanisch-römischen Völkern, die in Karls Reich vereint gewesen waren, sondern allein auf dem deutschen Volk.

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen – so bezeichnete man es in späterer Zeit – hat dem Namen nach bis 1806 bestanden, aber die wirkliche Kaiserherrlichkeit und – Macht war bereits um 1250 zu Ende.

Unter Otto I. wurde das Papsttum zum ergebenen Werkzeug der weltlichen Macht. Die Römer mussten versprechen, keinen Papst ohne Einwilligung des Kaisers zu wählen. Gegen Ende seiner Regierung ließ der Kaiser seinen Sohn Otto zum deutschen König und römischen Kaiser krönen und vermählte ihn mit der byzantinischen Prinzessin Theophano, die ihm als Mitgift Unteritalien brachte. Es war wie ein Schlussstein am Gebäude seines ruhmreichen Lebens –

Welches Ansehen das Reich damals genoss, zeigt sich auf Ottos letztem Reichstag in Quedlinburg. Da huldigten ihm die Herzöge von Polen und Böhmen, und Gesandte erschienen aus Dänemark, Rom, Süditalien, Afrika, von den Russen, Ungarn und Bulgaren.

Otto der Große starb in der unbestrittenen Stellung eines Kaisers des Abendlandes.

In der Folgezeit freilich hat der Besitz der Kaiserwürde das deutsche Volk unendlich viel kostbares Blut gekostet und ihm auch sonst schweres Unheil gebracht, denn in dem Kampf um Italien versäumten die späteren Kaiser ihre nächste Aufgabe: Die Festigung ihrer Königsmacht in Deutschland. Sie haben es nicht hindern können, dass die Macht der Fürsten immer mehr zunahm, bis der König kaum noch etwas bedeutete. Und damit zerfiel die Einheit Deutschlands.

In den langen und schweren Kämpfen Ottos in Italien wurde den Deutschen der Unterschied zwischen ihrem Wesen und dem der „Welschen“ zum ersten Male deutlich bewusst. Sie lernten sich allmählich zu fühlen als ein zu einem fest gewordenen Staat verbundenes Volk, als Nation. Das Wort „deutsch“ aber, das soviel wie „volkstümlich“ bedeutet und ursprünglich nur die Sprache des Volkes bezeichnete – im Gegensatz zur Kirchensprache, dem Lateinischen – wurde erst im 12. Jahrhundert auch für das Volk selbst und für das Land gebraucht: bis dahin kannte man nur die Namen der einzelnen Stämme.

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Wir sollten unsere Geschichte kennen, wenn wir denen gedenken, die sie für uns aufrechterhalten haben. Ein Volk ist immer nur so viel wert, wie es seine Toten ehrt.

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Zur Ergänzung:

Das Wort „deutsch“ bedeutete seinem Ursprung nach „zum Volk gehörig“ oder „volkstümlich“Das Wort leitet sich vom urgermanischen Substantiv *theodō ab, was schlicht „Volk“ bedeutete. Es wurde verwendet, um die Sprache des einfachen Volkes (die germanischen Dialekte) vom Lateinischen abzugrenzen, das die Sprache der Kirche, der Gelehrten und der Verwaltung war. Wer diutisc sprach, redete also „wie das Volk“.

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undinepeter.blog

@Klara Undine Fall

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