„Am 7. September 1940 beginnt mit einem Großangriff auf London die deutsche Luftoffensive gegen Großbritannien. Der „Blitz“ dauert rund acht Monate und trifft vor allem die Zivilbevölkerung.“
So lautet heute eine Schlagzeile von einer, von wem auch immer ins Leben gerufenen Seite, die sich „History“ nennt, mit 76 Millionen Followern – The HISTORY Channel (offiziellen Facebook-Fanpage von The HISTORY Channel) …
So einfach geht das … eine kurze, knappe Schlagzeile, um die Mär vom bösen Deutschen aufrechtzuerhalten … Und bei 76 Millionen Followern darf man schon mal genauer hinschauen..
Mir geht es nicht um „Aufrechnung“, zumal die Waagschalen, gewogen an Tatsachen, in eine arge Schieflage geraten. Es geht schlichtweg um Richtigstellung.
Dazu fällt mir die folgende Schlagzeile ein, sie stammt aus dem Jahr 1989:
Dort heißt es in der Sunday C.orrespondent klar, unmissverständlich und in aller Eindeutigkeit:
»Wir sind 1939 nicht in den Krieg eingetreten, um Deutschland vor HITLER oder die Juden vor Auschwitz oder den Kontinent vor dem Faschismus zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, dass wir eine deutsche Vorherrschaft in Europa nicht akzeptieren konnten.« Aber Europa hat natürlich die britische Vorherrschaft zu ertragen!“
Worüber man beim „History-Channel“ nichts lesen kann:
Nach einer Notiz bei den Akten des Oberbefehlshabers der Luftwaffe-Arbeitsstab I.S.- erfolgten bis 31. Dezember 1939 folgende britische Bombenabwürfe:
Am 4. 9.1939 Sprengbombe im Großraum Cuxhaven und Wilhelmshaven
• am 5. 9. 1939 eine Sprengbombe auf Altendeich bei Wilhelmshaven;
• am 29. 9. 1939 eine Sprengbombe bei Vechta;
• am 3. 12. 1939 21 Sprengbomben an der Küste von Helgoland;
• am 12. 12. 1939 5 Sprengbomben auf Borkum;
• am 14. 12. 1939 5 Sprengbomben auf Sylt;
• am 18.12.1939 7 Sprengbomben auf Borkum, 5 Sprengbomben auf Juist, 5 Sprengbomben auf Amrum;
• am 20. 12. 1939 3 Sprengbomben bei Hörnum auf Sylt;
• am 21. 12. 1939 4 Sprengbomben bei Rantum auf Sylt.
Britische Politiker gaben auch offen zu, dass England mit dem Bombenkrieg begann. So schrieb der Londoner Unterstaatssekretär SPAIGHT: »Wir begannen Ziele in Deutschland zu bombardieren, ehe die Deutschen das in England taten. Das ist eine historische Tatsache, die auch öffentlich zugegeben worden ist. Wir brachten London zum Opfer dar, denn die Vergeltung war gewiss. . .
Merke! Der Blitz (die deutschen Luftangriffe auf England, H.W.) begann erst, nachdem die Briten schon fünf Monate lang deutsche Städte bombardiert hatten.
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Erst nach wiederholten Angriffen auf Berlin Ende August 1940 erfolgte am 7. September ein erster deutscher Vergeltungsangriff auf London.
Zu Beginn der Schlacht um England war den deutschen Kampffliegern der Angriff auf Städte untersagt. Erst nachdem Kriegspremier CHURCHILL die Bombardierung deutscher Städte freigegeben hatte, wurde auch London angegriffen. Der erste deutsche Angriff auf London erfolgte als Vergeltung am 7. September 1940.
Erst weitere Monate später, am 15. November 1940, erfolgte der deutsche Luftangriff auf die Rüstungsstadt Coventry, der oft unberechtigt als Auslöser des alliierten Luftterrors im Zweiten Weltkrieg genannt wird.
Schlussendlich gelangt man zwangsläufig zu der folgenden Erkenntnis: Nur aus diesem britischen Ziel der starken Schwächung der deutschen Volkskraft werden die folgenden Handlungsweisen der Engländer verständlich.
• London bemühte sich, durch die Garantieerklärung an Polen vom 31. März 1939 deutsch-polnische Gegensätze zu einem Krieg auszuweiten.
• Großbritannien schloß in den kritischen Sommertagen 1939 am 25. August den britisch-polnischen Beistandspakt ab, um Warschau unnachgiebig gegenüber berechtigten und durchaus maßvollen deutschen Forderungen werden und einen Krieg riskieren zu lassen.
• Die Briten lehnten die zahlreichen deutschen und aus dem Ausland eingeleiteten Friedensbemühungen während des Krieges grundsätzlich ab.
• Die britische Regierung gab deutschen Widerstandskreisen gegen HITLER keine Unterstützung und bewertete das Attentat vom 20. Juli 1944 mit Häme.
• Die außenpolitische Zeitschrift The NationalReview forderte im September 1939 als ein Kriegziel »die Zerreißung Deutschlands«. Insbesondere sollten Ostpreußen und die ostdeutschen Provinzen östlich der Oder an Polen abgetreten werden. Die damit verbundene Vertreibung und Vernichtung vieler Deutscher war ein Teil der gewünschten Schwächung des deutschen Volkes.
• Sir Orme SARGENT vom Londoner Außenministerium meinte am 30. Mai 1944 dazu: »Ich vermute, dass der Bevölkerungstransfer nur dann durchführbar ist, wenn er 1. durch die Russen durchgeführt wird, die bereit sind, rücksichtslos zu handeln, und die nicht durch irgendwelche
Regeln oder Gesetze gebunden sind, und wenn 2. die Deutschen nach Sibirien gebracht werden, wo man sie vergessen wird.
• Um die aus dem Osten vertriebenen Deutschen nicht im Rumpfdeutschland zu dessen Aufbau wirken zu lassen, wurden Deportationen aus dem Osten vertriebener Deutscher unter anderen nach Südamerika erwogen.
• Lord VANSITTART sprach sich schon 1940 für die Vertreibung der Sudetendeutschen aus.
• CHURCHILL befahl noch in den letzten Kriegsmonaten, verstärkten Bombenterror gegen deutsche Städte, etwa gegen Dresden, Pforzheim oder Hildesheim, zu verüben, damit möglichst viele Deutsche getötet wurden. Dabei wurde sogar Menschenjagd von Jagdflugzeugen aus ausgeübt.
• Die Briten unterstützten die Pläne ihrer Verbündeten zur Teilung und Zerstückelung Deutschlands.
Und es geht ja noch weiter:
• Nach Kriegsende wurde jahrelang die deutsche Industrie von Briten demontiert, auch als andere Alliierte schon damit aufgehört hatten. Die Briten fanden in ihrem Egoismus auch nichts dabei, dass ihre angestrebten Ziele wahrscheinlich nur mit einem großen Machtgewinn der Bolschewisten in Europa zu erreichen waren. So äußerte Sir William STRANG als Unterstaatssekretär im Londoner Außenministerium im Mai 1943 unumwunden: »Es ist besser, die Sowjetunion dominiert Osteuropa, als dass Deutschland Westeuropa dominiert. .. Und gleichgültig, wie stark die Sowjetunion auch wird, es ist unwahrscheinlich, dass sie je für uns eine so schreckliche Plage wird wie Deutschland innerhalb von wenigen Jahren.
• Für diese britischen Kriegsziele, die sich mit denen der USA und Strangs trafen, mussten dann zig Millionen Menschen sterben und geriet die Welt bis in unsere Tage aus den Fugen. Es wird Zeit, dass auch in der Öffentlichkeit die wahren Schuldigen benannt werden und der oft zitierte Satz, dass von deutschem Boden der Zweite Weltkrieg ausging, als falsch und einseitige psychologische Kriegführung gegen das Reich erkannt wird.
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Coventry und andere Vorgänge: Entsprechende Beiträge dazu findet ihr im Kommentar.
• Zudem stellen sich auch Fragen wie: Warum eigentlich hat London 1939 den Sowjets nach deren Einmarsch in Polen nicht den Krieg erklärt?
• Ebenfalls gilt es festzuhalten, dass allein die im September 1939 vorherrschende rüstungspolitische Gesamtlage im deutschen Reich einen Kriegseintritt verbot. Jedenfalls ist vieles inkorrekt, übertrieben oder schlichtweg unrichtig, was wir heute über Deutschlands Lage zu Kriegsbeginn in Presse oder Fernsehen erfahren. Denn das Reich war 1939 eben nicht bis an die Zähne bewaffnet und kriegsbereit, sondern es war in der Gesamtheit seines Funktionsapparates auf einen größeren Konflikt nicht eingestellt.
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Quelle: ‚ Sunday Correspondent, 17. 9.1989; deutsch in: ,Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. 9.
1989, S. 2; Beitrag Nr. 149, »Worte zur KriegsschuIdfrage«.
Das Zitat fiel im Herbst 1989, während sich die Deutsche Wiedervereinigung anbahnte. In Großbritannien gab es zu dieser Zeit große politische und mediale Debatten sowie Ängste vor einem wiedererstarkten, übermächtigen vereinten Deutschland in Europa.
Der Satz wurde in Deutschland (unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) stark rezipiert und oft als Beispiel für einen ungenierten britischen Realpolitik-Blick auf die Geschichte und ein anhaltendes britisches Misstrauen gegenüber Deutschland gewertet
Weitere Quellen:
Basil LIDDELL HART, Geschichte des Zweiten Weltkrieges, Econ, München 1982
Gerd Schultze-Rhonhof 1939. Der Krieg, der viele Väter hatte, Olzog, München 2003,
S. 49 5 ff. u. 532 ff.
Das Deutsche Reich und der Zweite We/tkrieg Bd 5/1, Rolf-Dieter Müller, S. 406.
Der grosse Wendig Bd, 4 s. 270

Quelle: Netzfund FB
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